30.10.2026
Bezahlbare Energie für Familien – Wasserstoff und regionale Energieversorgung als Chance
Für viele Familien sind die Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten und die Unkalkulierbarkeit der Energiepreise eng mit der Angst verknüpft, die Fixkosten nicht mehr aufbringen zu können.
Dazu kommen die Sorge und die Angst vor der Nachzahlungsfalle.
Besonders einkommensschwächere Haushalte und Familien fürchten unvorhersehbare, hohe Gas- und Stromnachzahlungen, die das monatliche Budget sprengen.
Reale Bedrohung durch Wohnarmut:
Energie wird zunehmend als Luxusgut wahrgenommen. Die Angst resultiert hier aus der ganz konkreten Bedrohung, die eigene Wohnung nicht mehr adäquat heizen zu können oder im schlimmsten Fall durch Zahlungsrückstände die Wohnung zu verlieren.
Aufgrund dieser Unsicherheiten erreichen uns viele Anfragen mit dem Wunsch nach Energieunabhängigkeit auf Basis von selbst erzeugtem und gespeichertem Wasserstoff.
„Wasserstoffautarkie für Familien scheitert meist an einer einfachen mathematischen Grenze:
Die Dächer sind oft zu klein für die Menge an Sonnenenergie, die für einen Energieüberschuss auch an sonnenarmen Tagen und in den Wintermonaten notwendig wäre.
Aus 100 kWh sauberem Solarstrom werden bei der Elektrolyse (Wasserstoffherstellung) und der späteren Rückverstromung in der Brennstoffzelle am Ende nur noch rund 35–40 kWh nutzbarer Strom.
Wenn allerdings genügend Energieüberschuss neben dem täglichen Energiebedarf übrig bleibt, dann sind die Voraussetzungen für eine Wasserstoffproduktion und -speicherung gegeben.
Als Faustformel gilt: Für eine echte Ganzjahresautarkie mit Wasserstoff-Saisonspeicher muss der jährliche PV-Ertrag etwa das Doppelte des Jahresstrombedarfs betragen. Bei einem Bedarf von 8.000 kWh müssten Sie eine PV-Anlage installieren, die jährlich ca. 16.000 bis 20.000 kWh generiert (was einer installierten Leistung von etwa 16 bis 20 kWp entspricht).
Um trotz dieser bis zu 60 % Verlustbilanz genug Strom für den Winter zu erzeugen und zu speichern, müsste das Dach eines Standard-Einfamilienhauses oft 150 bis 200 Quadratmeter groß sein und optimal zur Sonne stehen – was in der Realität nicht oft der Fall ist.
Aus diesem Grund haben wir dem Deutschen Bundestag und dem Bayerischen Landtag bereits 2019 ein Energiekonzept in Form einer Petition vorgeschlagen, in dem Neubaugebiete und kleinere Ortschaften im Verbund Solar-, Wind- und Bioenergie zentral einspeisen, daraus Wasserstoff produziert und zentral gespeichert wird und alle angeschlossenen Haushalte daraus wieder Strom beziehen, wenn die selbst erzeugte Energie in den Wintermonaten nicht ausreicht oder gänzlich nicht zur Verfügung steht.
Alle angeschlossenen Haushalte würden kein Öl, Gas oder sonstige Wärmeerzeugungsanlagen benötigen.
Wärmepumpen wären mit dem eigenen Strom auch im Winter versorgt worden.
Für Jungfamilien und einkommensschwache Haushalte wäre diese Investitionseinsparung ein enormer Vorteil gewesen.
Spätere Wartungs- und Reparaturkosten für Heizungsanlagen wären ebenso ausgeschlossen gewesen.
Die Blackout-Gefahr wäre durch den Inselbetrieb ausgeschlossen gewesen.
Leider wurden beide Petitionsanträge unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass aus volkswirtschaftlicher Sicht eine CO₂-Bepreisung gegenüber anderen klimaschutzpolitischen Maßnahmen den Vorteil biete, dass sie CO₂ direkt belaste.“